Sonntag, 18. November 2007
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Lichtgestalten im Bildgewitter
Doppelmoral hin oder her (sofern man in Zusammenhang mit der "BILD"-Zeitung überhaupt über Moral sprechen möchte): Aber sollten wir in diesem Fall der "BILD" nicht fast schon dankbar sein? Denn wie überfällig ist dieses Outing, scheint doch Frau Will und Frau Meckel bisher entgangen zu sein, was für eine wichtige Rolle sie in der Öffentlichkeit spielen. Für junge Lesben ist diese Ausnahmeerscheinung von Power-Paar als positives Identifikationsbeispiel jedenfalls geradezu eine Offenbarung.
Sicherlich ist das was Frau Will und Frau Meckel als Broterwerb betreiben auch für sich irgendwie wichtig, aber gesellschaftlich relevant im Sinne gesellschaftlicher Veränderung, die sich ja immer von innen heraus, nämlich im Innern jedes einzelnen vollzieht? Mal ehrlich, wie wertvoll ist munteres Talkshow-Geplapper für die Entwicklung eines Teenagers? Und wie wichtig sind, auch noch so eloquent formulierte, Bücher über das „Glück der Unerreichbarkeit“, wenn Klein Lisa sich nicht traut ihrer Schulfreundin, die sich insgeheim auch nach ihr verzehrt, ihre Liebe zu gestehen? Über diese Art der Unerreichbarkeit werden ja doch bloß unglückliche Liebeslieder geschrieben - von Heten für Heten. Und das ist auch gut so mögen Frau Meckel und Frau Will argumentieren, denn das ist privat.
Aber wie stehen sie nun selber da, im Licht der Öffentlichkeit? Fast scheint es als hätten sie darauf gewartet, dass ihr Outing mal eben so, „nebenbei“, passiert? Und das auch noch bei einer Preisverleihung zum Thema Toleranz: bitte, bitte tut uns nichts. „We´re out we´re proud“ war wohl definitiv gestern. Arm ist es aber vor allem darum, weil sie die Verkündung ihrer großen Liebe, unter welchen Umständen auch immer, ausgerechnet der „BILD“ überlassen haben. Gerade diese beiden Überflieger-Frauen, die sich auf ihrem berufliche Weg tagtäglich intensiv mit der Aufklärung gesellschaftlicher Missstände, mit der Konstruktion der Wirklichkeit auseinandersetzen, haben es nicht geschafft diese Nachricht aktiv und wahrhaftig selbst zu vermitteln.
So wird dieser Augenblick immer mit „BILD“ in Verbindung stehen und einen schalen Beigeschmack hinterlassen. Das hätte ich mir für die beiden Medien-Profis etwas anders vorgestellt, vielleicht so wie die perfekte kleine Inszenierung einer prickelnden Verlobungsfeier - mit viel Champagner selbstverständlich.
Und während ich anlässlich dieser feierlichen Bekanntgabe, die irgendwie keine war, mein Glas auf das glückliche Paar erhebe, hoffe ich, dass auch in Leitungswasser Wahrheit steckt ...
Doppelmoral hin oder her (sofern man in Zusammenhang mit der "BILD"-Zeitung überhaupt über Moral sprechen möchte): Aber sollten wir in diesem Fall der "BILD" nicht fast schon dankbar sein? Denn wie überfällig ist dieses Outing, scheint doch Frau Will und Frau Meckel bisher entgangen zu sein, was für eine wichtige Rolle sie in der Öffentlichkeit spielen. Für junge Lesben ist diese Ausnahmeerscheinung von Power-Paar als positives Identifikationsbeispiel jedenfalls geradezu eine Offenbarung.
Sicherlich ist das was Frau Will und Frau Meckel als Broterwerb betreiben auch für sich irgendwie wichtig, aber gesellschaftlich relevant im Sinne gesellschaftlicher Veränderung, die sich ja immer von innen heraus, nämlich im Innern jedes einzelnen vollzieht? Mal ehrlich, wie wertvoll ist munteres Talkshow-Geplapper für die Entwicklung eines Teenagers? Und wie wichtig sind, auch noch so eloquent formulierte, Bücher über das „Glück der Unerreichbarkeit“, wenn Klein Lisa sich nicht traut ihrer Schulfreundin, die sich insgeheim auch nach ihr verzehrt, ihre Liebe zu gestehen? Über diese Art der Unerreichbarkeit werden ja doch bloß unglückliche Liebeslieder geschrieben - von Heten für Heten. Und das ist auch gut so mögen Frau Meckel und Frau Will argumentieren, denn das ist privat.
Aber wie stehen sie nun selber da, im Licht der Öffentlichkeit? Fast scheint es als hätten sie darauf gewartet, dass ihr Outing mal eben so, „nebenbei“, passiert? Und das auch noch bei einer Preisverleihung zum Thema Toleranz: bitte, bitte tut uns nichts. „We´re out we´re proud“ war wohl definitiv gestern. Arm ist es aber vor allem darum, weil sie die Verkündung ihrer großen Liebe, unter welchen Umständen auch immer, ausgerechnet der „BILD“ überlassen haben. Gerade diese beiden Überflieger-Frauen, die sich auf ihrem berufliche Weg tagtäglich intensiv mit der Aufklärung gesellschaftlicher Missstände, mit der Konstruktion der Wirklichkeit auseinandersetzen, haben es nicht geschafft diese Nachricht aktiv und wahrhaftig selbst zu vermitteln.
So wird dieser Augenblick immer mit „BILD“ in Verbindung stehen und einen schalen Beigeschmack hinterlassen. Das hätte ich mir für die beiden Medien-Profis etwas anders vorgestellt, vielleicht so wie die perfekte kleine Inszenierung einer prickelnden Verlobungsfeier - mit viel Champagner selbstverständlich.
Und während ich anlässlich dieser feierlichen Bekanntgabe, die irgendwie keine war, mein Glas auf das glückliche Paar erhebe, hoffe ich, dass auch in Leitungswasser Wahrheit steckt ...
Mir ist die "B*LD-Nummer" auch ziemlich bitter aufgestossen, allerdings frage ich mich auch, wie reisserisch B*LD wohl reagiert haette, waere die Nachricht zuerst bei SZ, FAZ oder TAZ erschienen -- nicht auszudenken.
Deshalb halte ich den beiden "Medienprofis" mal zugute, dass mit dem B*LD-Outing eher Schadensbegrenzung betrieben wurde.
Ohne jetzt besonders negativ sein zu wollen, aber die Frage nach dem "Warum jetzt" stellt sich mir dennoch. Zu viel Druck durch B*LD und andere? Oder warum aendert man seine Position zu so einem Thema? Ideen?
Herzlichen Glueckwunsch jedenfalls noch mal, und zwar an alle Jung-Lesben, die nach Vorbildern such(t)en und jetzt eventuell dem Finden naeher gekommen sind.
Deshalb halte ich den beiden "Medienprofis" mal zugute, dass mit dem B*LD-Outing eher Schadensbegrenzung betrieben wurde.
Ohne jetzt besonders negativ sein zu wollen, aber die Frage nach dem "Warum jetzt" stellt sich mir dennoch. Zu viel Druck durch B*LD und andere? Oder warum aendert man seine Position zu so einem Thema? Ideen?
Herzlichen Glueckwunsch jedenfalls noch mal, und zwar an alle Jung-Lesben, die nach Vorbildern such(t)en und jetzt eventuell dem Finden naeher gekommen sind.


