Seitdem es ihn gibt, wird jährlich neu um ihn gestritten: Ist der
Deutsche Buchpreis nur Verkaufsförderung, oder sagt die Auszeichnung wirklich etwas aus über die Qualität der deutschsprachigen Neuerscheinungen eines Jahres?
Allein dieser Diskussion und der Meinungsmacht, die sie damit hat, muss ein Gegengewicht gesetzt werden, müssen sich wohl die unabhängigen, kleinen Verlage im Land der Dichter und Denker gedacht haben und gaben noch am selben Tag, an dem die Longlist für den diesjährigen Buchpreis veröffentlicht wurde, ihre eigene heraus:
1. Hans Adler: Das Städtchen. Roman (Lilienfeld Verlag)
2. Barbara Bongartz: Perlensamt. Roman (weissbooks)
3. Michel Butor: Der Zeitplan (Matthes & Seitz Berlin)
4. Gion Mathias Cavelty: Die Andouilllette. Roman (Echtzeit Verlag)
5. Leonid Dobycin: Die Stadt N. Roman (Friedenauer Presse)
6. Daniel Goetsch: Herz aus Sand. Roman (Bilger Verlag)
7. Germar Grimsen: Almatastr. Roman (Verbrecher Verlag)
8. Jan Kossdorf: Sunnyboys. Roman (Milena Verlag)
9. Margret Kreidls: Eine Schwalbe falten (Edition Korrespondenzen)
10.Martin Kubaczek: Sorge. Ein Traum Roman (Folio Verlag)
11. Jan Off: Unzucht (Ventil Verlag)
12. David Peace: Tokio im Jahr Null (Liebeskind)
13. Joel Rosenman: John Roberts und Robert Pilpel: Making Woodstook. Ein legendäres Festival und seine Geschichte - erzählt von denen, die es bezahlt haben (Orange Press)
14. Alexander Schimmelbusch: Blut im Wasser. Roman (Blumenbar Verlag)
15. Ulrich Schlotmann: Die Freuden der Jagd (Urs Engler)
16. Jochen Schmidt: Schmidt liest Proust (Verlag Voland & Quist)
17. Michael Weins: Delfinarium. Roman (mairisch Verlag)
18. Chantal Wicki: Gleissen (Salis Verlag)
19. Benjamin Tienti: Raubvogel. Roman (Luftschacht)
20. Uljana Wolf: falsche freunde (Kookbooks)
Nicht, dass ich alles davon gelesen habe, aber zu meinen persönlichen Empfehlungen gehören auf jeden Fall die Nummern 16 und 17.