Samstag, 21. November 2009
Proposition 8: Die Angst der Amerikaner vor dem Sturm
Ein Jahr später ist immer noch nichts entschieden oder neu geregelt, denn die Gesetzesänderung wurde für verfassungsgemäß, die bereits geschlossenen Ehen jedoch ebenfalls für weiter gültig erklärt. Bis Ende August konnten Unterschriften für eine Volksabstimmung gegen Proposition 8 gesammelt werden, mit den Referenden ist aber nicht vor Frühjahr 2010 zu rechnen. Diese "Nicht-Entwicklung" haben viele Menschen in der Gay Community auch zu großen Teilen Obama angelastet.Obama hat sich mit einer Rede verteidigt und immerhin in der Zwischenzeit ein Gesetz auf den Weg gebracht, das "Hate Crimes" unter Strafe stellt, für dessen Gesetzesgrundlage Lobby-Gruppen seit der Ermordung von Brandon Teena am 31.12.1993 kämpfen.
Schlimm ist aber auch, wie populär gegen die "Homo-Ehe" gearbeitet wurde und noch wird, zum Beispiel von der "National Organisation for Marriage" mit Prominenten im Fernsehen unter dem Motto "There is a storm gathering". Glücklicherweise haben sich fast ebenso schnell Leute in einer Gegenbewegung zusammengeschlossen - ebenfalls unter Mithilfe vieler Prominenter wie Alicia Silverstone (genau, die aus den "Aerosmith"-Videos), der Kabarettistin Liz Feldman oder der Schauspielerin Jane Lynch, bekannt als Joyce aus "The L-word" bzw. aus "Two and a half men" - und ein Gegenvideo "A Gaythering Storm" gedreht, das ich erst diese Woche fand, aber immer noch witzig finde:
Montag, 6. Juli 2009
Fundstück der Woche: Geschlechterdiskriminierung soft'n'easy
Das Fundstück der Woche ist ein Satz aus einer CD-Kritik zu Joan Baez' neuem Album: "Die 1941 in New York geborene Tochter einer Schottin und
eines mexikanischen Physikers hat eine extrem starke, klare Sopranstimme, mit
der sie in ihren Anfängen oft ein exzessives Timbre entfachte."
Daraus schließen wir: Die Mutter hatte keinen Beruf. Oder einen, der nicht nennenswert ist (im Gegensatz zu Physiker!). Da kann man ja froh sein, dass sie noch eine Nationalität hat.
Freitag, 30. Januar 2009
Dinge, die die Welt nicht braucht VII: Teure Umweltschonung bei Siemens
Damit den Leitenden Angestellten das leichter fällt, den neuen Muff in U- und S-Bahn zu ertragen, gibt’s fortan eine sogenannte Mobilitätszulage von 650 Euro brutto monatlich. Damit will Siemens bis 2015 rund 10.000 Tonnen CO2 einsparen. Geld sparen muss der Konzern ja nicht.
Mal abgesehen davon, dass für manch einen 650 Euro schon fast ein Monatsgehalt oder ein Hartz IV-Doppeleinkommen ist, bleibt da die Frage nach Gleichberechtigung: Welcher andere Arbeitgeber kümmert sich so rührend darum, dass seine Mitarbeiter Arbeitsplatz und Termine erreichen und versilbert diese externe Transportleistung auch noch?
Wir fordern eine Umbenennung in „Motivationszulage“ und die Öffnung für alle Berufsgruppen. Kulturschaffende etwa sollten flächendeckend freien Eintritt in Museen, Kinos und Theater bekommen. Aufwerten könnte man dieses Engagement zur Weiterbildung mit der Auszahlung des „Kinogroschens“, der ja nicht mehr wirklich gebraucht wird, seit Oscar-nominierte deutsche Filme wie „Der Baader-Meinhof-Komplex“ auch anteilig mit US-amerikanischem Geld finanziert werden.
Schöner könnte das Leben auch für Briefträger sein, wenn sie jenseits des Mindestlohns nie wieder selbst das Porto für ihre private Post berappen müssten und obendrein drei Paar Schuhe pro Jahr gesponsert bekämen – da ergeben sich ganz nebenbei auch neue Werbemöglichkeiten.
Kein Journalist in diesem Land sollte je wieder eine Zeitung abonnieren müssen, die für seinen Arbeitsbereich relevant ist, sondern kostenlos geschickt bekommen, versilbert mit einer GEZ-Entschädigung für zehn Jahre Beckmann und Christiansens TV-Rückkehr.
Polizisten, Wachdienst und Ausbaugegner könnten mit einer sozialbildenden Maßnahme, der „Demonstrationszulage“, dafür entschädigt werden, dass sie sich im Kelsterbacher Wald die Klamotten schmutzig machen und die Nase abfrieren, weil sie auf irgendwelchen Bäumen oder Räumfahrzeugen herumturnen müssen.
Und auch Lehrer sollten von der „Motivationszulage“ profitieren können und anteilig Schulgeld beziehungsweise Studiengebühren dafür erhalten, dass sie zunehmend sanierungsbedürftige Gebäude und Lehrpläne ertragen.
Ach, Sie können sich das als Arbeitgeber nicht leisten? Macht nichts: Beantragen Sie einfach Ihrerseits eine „Motivationszulage“ bei Frau Merkel, auch „Konjunkturpaket“ oder „Bürgschaft“ genannt. Und die Umwelt haben Sie damit auch top geschont.
Freitag, 31. Oktober 2008
Reformiert den Reformationstag!
Stell Dir vor, es ist Feiertag - und keiner bleibt zu Hause, sondern alles ist normaler Arbeitsalltag wie immer. Fast alles. Denn es ist Freitag, da geht man gerne aus, und noch zusätzlich gibt es da dieses amerikanische Fest "Halloween", an dem sich Jugendliche unter der Tarnung, sie wollten Bonbons, derbe Scherze erlauben und Erwachsene als Auferstandener die Post ausrauben. Apropos Auferstehung: Um die ging es doch bei diesem ursprünglichen Feiertag mit dem sperrigen Titel "Reformationstag" auch irgendwie, oder? Oder ist das das Jubiläum von dem Tag, als Luther seine Thesen an die Kirchentür nagelte?
Tja, und anstatt das auch mal richtig zu erklären, damit dann richtig gefeiert werden kann, veranstaltet die Evangelische Kirche in Deutschland jugendanbiedernd lieber eine "ChurchNight", denn Erklären ist ja eh fürn Kürbis, und so holt man wenigstens ein paar Jugendliche von der Straße hinter die Kirchenportale, damit sie nicht Häuser beschmieren und Autoreifen zerstechen. Und auf irgendeinem öffentlich-rechtlichen Programm läuft mit Sicherheit zum 356. Mal "Luther" mit einem sexy Halbglatzen-Ralph Fiennes. Da kann - sorry - der EKD-Präsident, Bischof Wolfgang Huber, nicht ganz mithalten. Und auch die "Reformationsbonbons", die die Landesbischöfin von Hannover, Margot Käßmann, vor ein paar Jahren mal anbot, sind eben nicht so gut wie selbst Erpresstes. Überlebt haben die Dinger übrigens bis zum heutigen Reformationstag nur in der Gemeinde St. Jobst in Nürnberg.
Frei hab ich zwar leider auch nicht. Aber ich feier' als gute Christin natürlich still alleine vor mich hin, schließlich sind wir ja alle in Demut geübt. Darauf eine Kürbissuppe!
Samstag, 25. Oktober 2008
Mein Tipp: Kyle XY auf YouTube und im Fernsehen
Science-Fiction mag ich nicht. Aber Kyle XY ist Teenage-, Mystery- und Familienserie in einem. In den USA ein Hit, ist sie in Deutschland praktisch unbekannt und vegetiert auf einem verlorenen Sendeplatz vor sich hin (PRO 7, Sonntags nachmittags). Zu Unrecht wie ich finde!
Auf youtube.com kann man alle Folgen - im Original - anschauen.
Die Serie dreht sich um einen 16-jährigen Jungen, Kyle, der künstlich erschaffen (und deshalb ohne Bauchnabel), aber Mensch ist, eines Tages nackt im Wald erwacht, sich an nichts erinnert und in die Familie seiner Psychologin aufgenommen wird. Er ist extrem intelligent, ein Genie, aber er muss soziales Leben und seinen Körper kennen lernen. Es geht um das Leben als Teenager, in Schule, Familie, vor allem aber geht es darum herauszufinden woher er kommt und wer er ist.
Wie viele dieser TV-Serien bestehen sie aus markigen, humorvollen Dialoge, verwöhnten Teenagern und gestressten Eltern. In der ersten Staffel werden Familien- und Teenagerthemen in den Vordergrund gestellt, während die zweite Staffel sich hauptsächlich darum dreht, wie Kyle seine außergewöhnlichen Fähigkeiten besser nutzen kann, die Mysterythemen kommen mehr zur Geltung.
In den USA wurde die Serie auf ABC Family, einem privaten Kanal, zuerst ausgestrahlt und wurde im Sommer 2006 ein Überraschungserfolg. Sie schafft es durch ein absolut überzeugendes Skript mit einem sehr gut aufgebauten Spannungsbogen (in der zweiten Staffel etwas schwächelnd), einem hervorragend ausgeklügelten Hauptcharakter, Kyle, blendend gespielt von Matt Dallas, der zufällig ein absoluter Hingucker ist und in den USA langsam zum Star avanciert, emotional zu berühren und in den Bann zu ziehen. Dazu kommen gute Nebendarsteller und natürlich der Mystery-Effekt.
Auf einer tieferen Ebene geht es - da für den Familienkanal produziert - um die Stärke und den Zusammenhalt von Familie und der Tatsache, dass auch Genies, die alles können, ohne die Liebe ihrer Mitmenschen zu nichts fähig sind. Ein großartiges Thema, großartige Darsteller und ein intelligentes Skript versprechen gute Unterhaltung.
Wie gesagt, mit Science Fiction oder Mystery kenne ich mich nicht aus, deshalb schaut euch diese englische Rezension and, die kritisch und gut ist.
Dienstag, 30. September 2008
Politischer Kindergarten in Hessen
Richtig peinlich benimmt sich aber gerade die hessische CDU. Die hat einen Skandal entdeckt, ach was, entlarvt! - und die Medien und Bürger ganz modern mit den Mitteln des Web 2.0. auch darüber aufgeklärt, was in diesem unserem schönen Bundesland Unerhörtes passiert. "Da hört sich aber auch alles auf", um es mal mit den Bayern zu sagen, die ja bekanntlich ganz gut darin sind, auch manchmal zu Unrecht für Recht und Ordnung zu sorgen: Diese kleine, rote Partei, die sich gerade mal so mit sieben Sitzen in den Landtag geschlichen hat, nimmt sich zuerst das Recht heraus, ein "Fraktionsbüro", also eine kleine Holzhütte, wie sie nicht idyllischer im Bayerischen Wald stehen könnte, im besetzten Kelsterbacher Wald aufzustellen, um damit ihren Unmut gegen den Flughafenausbau und den Umgang mit dem geforderten Nachtflugverbot zum Ausdruck zu bringen. Und dann nehmen sich diese Ex-Stasis auch noch das Recht heraus, die Aufforderung der Stadt Kelsterbach als Eigentümerin des Waldes zu missachten und das Gelände zu räumen. Stattdessen machen sie aus der ganzen Sache zusammen mit den wilden Waldbesetzern eine Riesenshow.
Die einzigen, die da eine Riesenshow draus machen, weil sie gerade keine eigenen Themen haben oder auch nicht haben dürfen, weil ihr geschäftsführend amtierender Noch-Ministerpräsident Koch ob der rot-roten Gefahr durch Ypsi und Gefolge lieber die Finger still hält, sind die CDUler. Die stehen plötzlich auch im Wald, halten 25 min eine Wackelkamera in bester Blair Witch-Ästhetik auf die teils durchaus amüsanten Erklärungen und Programmpunkte von Linken, allen voran Vize-Landtagspräsident Hermann Schaus, und Waldbesetzern, sind dabei komplett ironiebefreit und verbreiten den alles enthüllenden Film dann unter der fettesten Schlagzeile "Rechtsbruch der Linken" auf ihrer Homepage (ich verlinke an dieser Stelle bewusst nicht, das ist es mir nicht wert, jeder Klick hier ist einer zu viel).
Da haben Bürger und Medien natürlich ganz schön Glück gehabt. Sonst hätten wir nämlich garantiert nicht erfahren, was für einen Konflikt es um diese 3 qm-Hütte gegeben hat, was die Linke für eine Partei ist und wie die Waldbesetzer drauf sind, die sogar - unvorstellbar! - mit der Linken kooperieren und kurzerhand unter angeblichem, offensichtlich gespieltem Protest der Linken-Agitatoren die Hütte an zwei vorher gelegten Seilen in die Baumwipfel ziehen. Interpretiert man das Webfilmchen so ernst, wie es gemeint ist, dann haben die CDUler tatsächlich geglaubt, das würde alles spontan jetzt passieren. Und das, liebe Bürger und Medien von Hessen, ist der einzige Skandal an dem ganzen Kindergarten hier. Denn selbst die Probeabstimmung von Ypsilanti, die gestern mit Grünen, SPD und Linken durchgeführt wurde, ist nicht mehr von der CDU kritisierbar, da die größte Kritik an Ypsilanti in Form der Darmstädter Abgeordneten Dagmar Metzger aus den eigenen Reihen kam.
Freitag, 12. September 2008
Google ist 10 - der Verschlagwortungswettbewerb damit auch
Dienstag, 1. April 2008
Dinge, die die Welt nicht braucht V: The Hawaii Chair
Dienstag, 5. Februar 2008
Wenige Managerinnen verdienen wenig
Besser sieht es da nur im Osten aus: In Sachsen sind 22 Prozent Frauen in Führungspositionen (bei den westdeutschen Ländern steht Bayern mit 17,5 Prozent an der Spitze). Die FAS interpretiert die Zahlen weiter so: "Je jünger das Unternehmen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für eine Frau im Management. Auch nach Branchen gibt es Unterschiede: Im Gesundheits- und Bildungssektor besetzen Frauen mehr als ein Viertel der Führungspositionen, im Kredit- und Versicherungsgewerbe gerade jede zehnte. Quer durch alle Branchen gilt: Nur je rund 10 Prozent Frauen schaffen es ins Topmanagement oder seine Aufsichtsgremien, 26 Prozent der Frauen in Führungspositionen arbeiten im mittleren Management."
Günstiger stehen die Aufstiegschancen für Frauen im Mittelstand, zu dem 99 Prozent der Firmen in Deutschland zählen: Bei den 80 000 größten deutschen Unternehmen sind dort nach "Hoppenstedt" 10,43 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt - 1995 waren es nur 8,17 Prozent. Für die Berufsforscherin und Betriebswirtschaftsprofessorin der Universität Hamburg Sonja Bischoff liegt das Problem der Frauen in der Ausbildung: Zwar studierten immer mehr Frauen, was eine wichtige Karrierevoraussetzung darstelle, doch "leider" die falschen Fächer. "Der Anteil der Frauen in karriereorientierten Studiengängen ist mit 25 Prozent gering." Karriereorientierte Fächer sind für Bischoff die Wirtschafts-, Ingenieur- und Naturwissenschaften: "80 Prozent aller Nachwuchsführungspositionen werden aus diesen Bereichen besetzt." Stimmt wiederum die fachliche Qualifikation, wird der berufliche Aufstieg vor allem durch "alte Vorurteile, die Frauen entgegengebracht werden" erschwert. "So werden Leistungen von Frauen weniger anerkannt, weil sie Frauen sind." Objektiv schlage sich diese Einschätzung in den Gehältern nieder. So verdienen Managerinnen in vergleichbaren Positionen deutlich weniger als Männer.
Wie die Segregation von Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt genau aussieht, dazu liefert der Gender Datenreport des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend genauere Zahlen. Ein Beispiel für vorbildhafte strukturelle Frauenförderung gibt es hier.
Sonntag, 3. Februar 2008
shoppen
Ich will hier mal aufmerksam machen auf Shoppen, einen der besten Filme in den letzten Jahren. Es geht um Liebe, Sex, Beziehung, Konsumgesellschaft, Geschlechterrollen, München und vieles mehr. Einzelne Dialoge und Szenen sind brilliant, genauso wie die meisten Schauspieler. Typische Charaktere werden überhöht, um dem Publikum die Realität und die gesellschaftliche Absurdität widerzuspiegeln. Der Film kam letztes Jahr im Mai heraus und mich wundert, dass er nicht mit Preisen gekrönt wird... Hier ein paar Dialoge, die auch ohne Zusammenhang eine gewisse Aussagekraft aufweisen:
Wenn ich jetzt einen Gin-Tonic will, dann bestelle ich mir den
Der lässt sich dann trinken ohne Gezicke
Und jetzt gehts um Beziehung und da willst du dir was feines aussuchen
Und da willst a bisserl Sex, a bisserl Nähe aber nicht zuviel.
Und du bist es ja gar nicht mehr gewöhnt, dass das Konsumgut jetzt auch was zu sagen hat.
Jetzt will a Gin-Tonic plötzlich mitreden, um einmal beim Beispiel zu bleiben.
Oder der GinTonic findet den neben dir an der Bar auch ganz nett.
Das ist ja ein Schock für den normalen Konsumenten - für uns alle.
# Ich will auf jemanden warten können, mir um jemanden Sorgen machen
> Ja Motorradl fahren, fernsehen, Cocktails am Nachmittag, weg gehen mit den ganzen 20-Jährigen
# Da muss doch was warm und wohlig sein und vertraut nach einiger Zeit. Ich will mich nicht anhlehnen, ich will jemanden stützen weil er es wehrt ist.
> Sex haben, Sachen machen, nie genug haben.
# Ich will mich verlieben und alt werden mit einem und demselben.
München ist ne Lebensfalle.
Du sitzt im Kaffee, freust dich über den Föhn, trinkst Capuccino und ZACK bist du 55 Jahre alt. Und plötzlich stellst du fest, dass alle ein Leben gelebt haben, nur du, du hast Capuccino getrunken.
Diese Stadt ist zeitlos; die ist ganz perfide, die gaukelt dir vor, dass das immer so weitergehen wird. Es gibt hier nur Menschen mit gefärbten und nicht gefärbten Haaren.
Aber ich frage dich: Wo sind die Alten?
Natürlich sind die da, aber man verdrängt ihre Existenz. Man sieht keine alten Leute, weil man sie nicht sehen will. Nicht in München, nicht wenn die Föhn-Sonne scheint und du Capuccino trinken kannst. Da willst du doch nicht ständig mit dieser vertrakten Vergänglichkeit konfrontiert werden.
Wie sieht unsere Zukunft aus?
Werden wir in der Stadt leben oder auf dem Land?
Werden wir zärtlich zueinander sein?
Werden wir uns verkriechen oder Partys feiern?
Fernreisen oder Kinder oder beides?
Wirst du eifersüchtig sein?
Werden wir uns streiten, hassen und wieder lieben und uns vielleicht anöden?
Wirst du vor mir sterben oder ich vor dir?
# Ich werde eifersüchtig sein.
# Wir werden auf dem Land leben oder in der Stadt?
# Wir werden uns streiten, hassen und wieder lieben und vielleicht werden wir uns anöden irgendwann.
# Ich werde vor dir sterben oder du vor mir.
# Wir werden alles amchen, was man halt so macht, wenn man zusammen ist.
Freitag, 28. September 2007
Eva doch-nicht-so-Braun
Der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" sagte sie heute: "Die kompromisslose Entscheidung des NDR, sich von mir zu trennen, hat mir enorm geschadet." - umgekehrt war es ja Gott sei Dank nicht so. Jetzt überlegt sich Frau Herman rechtliche Schritte gegen den Norddeutschen Rundfunk, da sie sich als "Opfer böswilliger Unterstellungen" sieht (ob es wohl wiederum böswillig ist, dass die HAZ Frau Herman so pixelig ungenau auf ihrer Website darstellt?). Kann man einerseits verstehen: Von 250 auf Null und dann plötzlich so ganz ohne Job, das ist schon hart. Aber dann kann Frau Herman endlich mal das Schicksal derer verstehen lernen, für die zu schreiben glaubt und findet bestimmt genug Stoff für ein drittes Bestseller-Buch.
Aufgrund welcher Grundlage Eva ich-bin-doch-gar-nicht-so-Braun den NDR verklagen will, ist allerdings fraglich. Etwa auf Grundlage des AGG????? Da würde sich empfehlen, doch schnell Herrn Ahmadinedschad zu heiraten, der ja auch ständig von der Welt zu Unrecht falsch verstanden wird, gerne mal nach Unüberlegtem öffentlich zurückrudert und den Holocaust und die Existenz von Schwulen und Lesben in seinem Land leugnet ("Es ist nicht alles schlecht im Iran"). Oder sich mit Nina Ruge zu verpartnern, dann besteht eine kleine Chance, AGG-mäßig auf Diskriminierung zu klagen und dann wird sicherlich auch "alles gut". Wir wünschen es uns so sehr - schließlich kann ich zumindest noch immer keinen perfekten Apfelkuchen backen und erwarte mir da noch dringend "Eva's Backbuch".
Freitag, 21. September 2007
Heute ist Internationaler Friedenstag
Wollen kann man ja viel. De facto wird der Internationale Friedenstag fast gar nicht beachtet und eingehalten. Vielleicht auch, weil Friedenssicherung in der Realität anders aussieht, wie man etwa sehr schön hier bei der Deutschen Welle nachlesen kann, oder hier bei der Uni Kassel oder hier etwas über den Wandel der Friedenssicherung durch die UN erfahren kann. In Deutschland gibt es heute allerdings zum Tag in vielen Städten Aktionen in den Innenstädten, spezielle Filmprogramme in den Programmkinos usw.
Donnerstag, 13. September 2007
Das Recht, "anders" zu sein in der Welt
"Die Problematik von Menschenrechtsverletzungen aufgrund sexueller Orientierung und Gender-Identität hat in den letzten Jahren nichts an Brisanz verloren. Noch immer werden Menschen weltweit verfolgt, kriminalisiert und bedroht, weil sie 'anders' aussehen oder anders leben als die Mehrheit der Bevölkerung", schreibt die Gruppe Menschenrechte und sexuelle Identität von amnesty international (MERSI). Beispielsweise in Nicaragua werden aktuell extreme Fälle von Diskriminierung begangen. Diese Fälle von Menschenrechtsverletzungen zu beobachten und zu dokumentieren, ist das hauptsächliche Arbeitsfeld von MERSI. Nun haben einige Mitglieder der Gruppe das Buch "Das Recht, anders zu sein" herausgegeben. Es dokumentiert aktuelle Fälle von Menschenrechtsverletzungen an Lesben, Schwulen und Transgender weltweit. Doch das Buch will nicht nur "schocken", sondern auch informieren. So ist ein Info-Teil über rechtliche Bestimmungen und den Umgang mit Homosexualität in den verschiedenen Regionen der Welt beigefügt sowie eine Ländertabelle mit ausklappbarer Landkarte im Anhang, damit man sich gezielt auf einen Blick über die Situation in den verschiedenen Ländern informieren kann. Das Buch ist meines Wissens nach das erste seiner Art und im Querverlag erschienen, wo es für 14,90 Euronen zu haben ist.
Auch in Deutschland allein kann man sich ja mit dem Thema Menschenrechte auf verschiedenen Art und Weise beschäftigen, etwa mit Till Müller-Heidelbergs "Grundrechte-Report 2007" oder, spezifischer Richtung Homo-Politik, mit dem Geschichtsreader "In Bewegung bleiben" über 100 Jahre Lesbenbewegung in Deutschland.
Mittwoch, 12. September 2007
Festgenommen, weil er Tibeter ist
Das Schicksal von Adruk Lopoe, einem 45-jährigen Mönch, der am 21. August 2007 in Lithang/Osttibet festgenommen wurde, ist weiterhin unbekannt. In einem anderen Fall wurde am 19. August 2007 Lothok, ein 36-jähriger tibetischer Nomade und Vater von fünf Kindern aus Lithang, willkürlich festgenommen.
Wer mehr darüber wissen will, schaut auf die Seite der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, Arbeitsgruppe München.
Konsum-Terror bei Media-Markt
Die GEIZ ist GEIL Strategie von Media-Markt hat in Berlin perverse Züge angenommen.
Der weltweit größte Media-Markt hat am Alexanderplatz in Berlin am Mittwoch um 0:00 Uhr seine Tore für die Konsumenten aufgemacht, garniert mit einigen Special-Sonder-GEIZ-Angeboten. Zumindest war das der Plan der Filiale.
Aber es kam anders. 5.000 Menschen standen um 23:30 Uhr vor den Toren des Media-Marktes. Laut WELT ONLINE haben sich die Konsumenten buchstäblich um die Schnäppchen des Media-Marktes geprügelt. Die Haupttür wurde von der Menschenmasse eingedrückt, der Notarzt wird gerufen und die Polizei rückt mit 100 Mann an. Der Ansturm war so groß, dass der Media-Markt um 01.20 Uhr und um 13 Uhr des nächsten Tages die Türen kurzzeitig geschlossen hat.
Am Ende hatte also der GEIZ doch noch einen Preis: 15 Verletzte laut WELT ONLINE. Der Konsumterror hat also voll zugeschlagen, ohne dass islamische Fundamentalisten gesichtet wurden.


